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1. Absatz

Maria Montessori: Grundlagen als Ärztin

Die Vita von Maria Montessori hat ihren Ausgangspunkt im italienischen Chiaravalle, nahe Ancona. Dort wurde sie am 31. August 1870 als einzige Tochter von Marta und Alessandro Montessori geboren. Schon früh interessierte sie sich für die naturwissenschaftlichen Fächer und legte so die ersten Grundlagen für ihr späteres Werk. Sie beschloss, Medizin zu studieren. Da Frauen dieses Studium zur damaligen Zeit noch nicht erlaubt war, musste sie viele Widerstände überwinden, bis sie zugelassen wurde. Doch ihr gelang es,1898 als erste Frau Italiens in Medizin zu promovieren. Ein Erlebnis, das ihre Vita ganz entscheidend prägte, war die Begegnung mit einer Gruppe von Kindern in der psychiatrischen Klinik in Rom. Maria Montessori, die dort als Assistenzärztin tätig war, stieß bei einem Rundgang auf diese Kinder, die wie kleine Gefangene ohne jede pädagogische Betreuung verwahrt wurden. Es waren die Kinder der Insassinnen, die während des Aufenthalts ihrer Mütter mit in der Anstalt leben mussten. Man nahm an, dass sie, ebenso wie ihre Mütter, ”geisteskrank” waren, und hielt es darum nicht für notwendig, diesen Kindern irgendwelche Aufmerksamkeit zukommen zu lassen.

 

2. Absatz

Montessori entschloss sich, mit diesen Kindern zu arbeiten - und gab damit ihrer Vita die endgültig bestimmende Richtung. Denn sie war davon überzeugt, dass die Behandlung der ”Schwachsinnigen” oder ”Idioten” kein medizinisches, sondern ein pädagogisches Problem ist. Sie forderte daher die Einrichtung spezieller Schulen für die betroffenen Kinder. Die theoretischen Grundlagen für ihre Herangehensweise fand Maria Montessori in den Arbeiten von Jean Itard und Edouard Séguin. Auf deren in Vergessenheit geratenen Werke war sie bereits einige Zeit zuvor gestoßen. Séguins Lehrbuch über die ”Physiologische Methode” hatte sie ins Italienische übersetzt. Beide Ärzte hatten um die Mitte des 19. Jahrhunderts ein Erziehungssystem entwickelt, das geistig behinderten Kindern durch didaktisches Material besonders über den Weg der Sinneseindrücke bei ihrer Entwicklung helfen sollte.